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"Ich bin für alles verantwortlich, was im Zug eine Leitung hat."

Janine Vollborn wollte Bühnenbildnerin werden. Oder etwas anderes Kreatives machen. Heute ist sie Systemingenieurin Stromlaufplanung und Ausbildungsleiterin im Engineering bei Stadler Deutschland GmbH. Außerdem begeistert sie junge Frauen für technische Berufe. Die seien nämlich oft viel kreativer, als man vermute.

Foto: Stadler


Bühnenbildnerin, Maskenbildnerin, Gestalterin für visuelles Marketing oder Raumausstatterin – das waren Janine Vollborns Berufswünsche in der Schulzeit. Hauptsache, etwas Kreatives. Heute ist sie Systemingenieurin bei Stadler Deutschland. "Alles, was im Zug eine Leitung hat, muss verkabelt werden und am Ende in der Montage funktionieren. Dafür bin ich verantwortlich", sagt sie.


Dahin geführt hat sie ihr Interesse an Mathe und logischem Denken. "Als ich dann nach dem Abitur überlegt habe, was ich werden will, habe ich mich auf meine Stärken in der Schule besonnen.” Nach einigen Praktika als Bühnenbildnerin oder Friseurin suchte sie unter anderem nach einer Ausbildung als technische Zeichnerin und wurde dabei zufällig auf den Zughersteller aufmerksam. Letztendlich bewarb sich Janine 2011 für eine Ausbildung als technische Systemplanerin

für Elektrotechnische System, die sie nicht nur mit Bravour, sondern als deutschlandweit Beste abgeschlossen hat. Anschließend absolvierte sie ein duales Studentium der industriellen Elektrotechnik.


Ihren ersten Akkuzug hat sie dabei bereits im Studium mitgebaut. Angefangen bei der Frage, wie man Züge und Batterien sinnvoll verbindet, musste Janine ohne Projekterfahrung einen Prototypen bauen. Dafür braucht es Erfinderinnengeist und Freiraum für Kreativität.

Am Ende hat es sich gelohnt: Aus Janines Modell wurde der FLIRT Akkuzug. Der ist der weltweit erste für den Fahrgasteinsatz zugelassene Batteriezug, der auf Strecken ohne Oberleitung statt mit Diesel, mit Strom aus der eigenen Batterie fährt.


Nach sechs Jahren Studium und Ausbildung sei sie beim Zughersteller deshalb unverzichtbar geworden, sagen ihre Kolleg:innen über sie. Mittlerweile ist Janine seit mehr als 12 Jahren dort, seit 2019 ist sie zusätzlich Ausbildungsleiterin im Engineering. "Stadler ist ein Unternehmen, in dem ich stark wachsen konnte – wie in einer Familie“, sagt Janine.


Damit auch andere wachsen können, unterstützt Janine seit 2013 das Girlsatec-Projekt, besucht Schulen und begeistert junge Mädchen für technische Berufe.

"Ich möchte jungen Frauen dabei helfen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was sie alles erreichen können."

Janine Vollborn, Systemingenieurin Stromlaufplanung und Ausbildungsleiterin bei Stadler



Durch ihren eigenen Werdegang könne sie sich gut in junge Mädchen hineinversetzen und weiß, wie schwierig es sein kann, den richtigen Beruf für sich zu finden. Auch wenn es in der Montage manchmal forsch zugehen kann, ihr Wecker auch schon mal morgens um 04:20 Uhr klingele und ihr Beruf männlich geprägt ist, fühlt sich Janine wohl und geschätzt. "Ich arbeite gerne bei Stadler, weil ich mich hier ausprobieren und kreativ sein kann."

Diese Erfahrung will sie nun weitergeben, zum Beispiel an Auszubildende wie Lena Kenzler (links auf dem Foto).




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