Wer gestaltet die Zukunft? Über Handabdrücke, Technologie und Frauen in Führung
Wir sprechen im Kontext der Mobilitätswende viel über unseren ökologischen Fußabdruck. Doch wie wäre es, wenn wir uns zusätzlich fragen, was wir Positives bewirken? Der „Handprint” stellt eine Frage, die für Mobilität, Technologie und Führung gleichermaßen gilt: Was können wir positiv verändern?

Der ökologische Fußabdruck misst, wie sich unser individueller Lebensstil auf das Klima auswirkt: durch Flüge, Fahrzeuge, Energieverbrauch. Das ist wichtig, lenkt aber den Blick aufs individuelleVerhalten einzelner Menschen als auf die Strukturen, die sich ändern müssen.
Genau dort setzt der Handabdruck an. Das Konzept stammt vom Centre for Environment Education in Indien und fragt nicht nur, wie wir Schaden verringern, sondern was wir Gutes hinterlassen.
Das kann ein Projekt sein, das Ressourcen spart. Oder eine Entscheidung, die ganze Systeme verändert, weil sie Standards setzt und andere mitnimmt.
Gerade bei der Digitalisierung lohnt es sich, sich auch darauf zu konzentrieren. KI und digitale Infrastruktur eröffnen Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum denkbar waren. Ein Beispiel sind digitale Zwillinge, also virtuelle Abbilder von Gebäuden und Infrastruktur. Am Hafen von Grimsby hat ein Forschungsteam der Cardiff University damit den Energieverbrauch um 25 Prozent gesenkt. Das ist ein Einzelfall, aber er zeigt, was möglich ist, wenn Daten gezielt für Nachhaltigkeit genutzt werden.
Auf der anderen Seite benötigen diese Technologien Unmengen an Energie: Laut der Internationalen Energieagentur ist der Strombedarf von Rechenzentren 2025 um 17 Prozent gestiegen, mehr als fünfmal so schnell wie die weltweite Stromnachfrage insgesamt. Bis 2030 soll er sich nochmal verdoppeln.
Ob Technologie am Ende mehr nützt als schadet, entscheidet sich also nicht in der Technik selbst. Es entscheidet sich daran, wofür sie eingesetzt wird.
Und damit sind wir bei der Führung. Wer entscheidet, welche Projekte Budget bekommen? Wer legt fest, ob Nachhaltigkeit ein Zusatzthema bleibt oder Teil jeder Entscheidung wird? Und wer sitzt überhaupt am Tisch, wenn über eine digitale und nachhaltige Zukunft verhandelt wird?
Mobilität und Infrastruktur sind dafür ein gutes Beispiel. Flughäfen, Verkehrsnetze und Gebäude werden über Jahrzehnte betrieben. Entscheidungen von heute prägen Fuß- und Handabdruck von morgen. Je vielfältiger die Perspektiven dort sind, wo diese Entscheidungen fallen, desto eher werden Fragen gestellt, die sonst untergehen. Allerdings werden diese Entscheidungen immer noch mehrheitlich von einer sehr homogenen Gruppe Menschen getroffen.
Laut einer Bitkom-Umfrage vom März 2026 unter mehr als 600 Unternehmen halten 43 Prozent Männer immer noch für besser geeignet für IT- und Digitalberufe.
Stereotype Rollenbilder sind noch in zu vielen Unternehmen verankert. Wenn IT-Berufe Frauen abschrecken oder ihnen zu wenig bekannt sind, ist das kein Naturgesetz. Es ist ein klarer Auftrag an Unternehmen, Bildung und Politik, Barrieren abzubauen und IT-Berufe für Frauen sichtbar und attraktiv zu machen.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst
Zugleich sehen 68 Prozent die Unternehmen selbst in der Verantwortung, den Frauenanteil zu erhöhen. Der Wille ist also da, aber die Umsetzung hinkt hinterher.
Genau darum geht es bei THE HANDPRINT OF LEADERSHIP – Women shaping our digital and sustainable world, einem gemeinsamen Event von Women in Mobility, Women in Tech Germany und Bentley Systems. Drei Frauen aus unterschiedlichen Bereichen diskutieren, wie sie Technologie und Nachhaltigkeit in ihrer Arbeit verbinden:






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