Wohin wir Women in Mobility gemeinsam entwickeln
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Women in Mobility entwickelt sich weiter. Mit der neuen Geschäftsführung rücken politische Positionierung, finanzielle Resilienz und Kooperationen stärker in den Fokus.

Zehn Jahre Women in Mobility: Das ist ein starkes Fundament. Ein Netzwerk, das gewachsen ist, getragen von ehrenamtlichem Engagement, fachlicher Expertise und dem Wunsch, Mobilität gerechter, inklusiver und vielfältiger zu gestalten. Zehn Jahre bedeuten aber auch: Strukturen, die mitgewachsen sind. Erwartungen, die sich verändert haben. Rahmenbedingungen, die andere geworden sind.
Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung beginnt deshalb eine bewusste Weiterentwicklung mit denen, die WiM vor Ort ausmachen und gestalten. Den Hub-Managerinnen. Deshalb ging es beim alljährlichen Hubtreffen von WiM dieses Mal nicht nur um die Planung von Großevents. Sondern auch um die Frage: Was brauchen wir als Netzwerk, damit WiM auch in den kommenden Jahren handlungsfähig, relevant und für alle zugänglich bleibt?
Was dabei spürbar wurde: WiM funktioniert dann am besten, wenn Entscheidungen nicht von oben herab getroffen werden, sondern aus dem Netzwerk heraus entstehen. Die Idee für ein zusätzliches Bezahlevent im Rahmen der InnoTrans ist beispielsweise an diesem Nachmittag entstanden. Inklusive Titel, Ort, Uhrzeit und der Liste der gewünschten Speakerinnen. Und aus der von der neuen Geschäftsführung eingebrachten Idee für einen digitalen WiM Summit 2026 wurde in der Diskussion ein vor Ort Event im Februar 2027 in Leipzig. Zu beiden Veranstaltungen werden wir zeitnah mehr verraten.
Handlungsfähig bleiben – auch finanziell
Bezahlevents wie das erwähnte wird es bei WiM in Zukunft häufiger geben. Auch Events, bei denen freiwillig etwas gespendet werden kann, sollen etabliert werden. Der Hintergrund ist, ganz simpel: WiM kostet Geld. Auch wenn das Netzwerk von ehrenamtlich arbeitenden Frauen getragen wird, fallen natürlich Kosten für Merchandise, Website, Newsletter-Tool und sonstige Lizenzen an. Zwar steht Women Mobility solide da. Gleichzeitig spüren wir alle, dass sich Rahmenbedingungen verändert haben – und zwar nicht nur bei uns. Spenden und Sponsoring sind rückläufig. Das ist ein Trend, der viele zivilgesellschaftliche Organisationen und Netzwerke betrifft. Gleichzeitig bleiben laufende Kosten stabil oder steigen. Gerade Caterings bei Großevents und Messen sind immer wieder mit hohen Kosten verbunden. Aber bei Veranstaltungen wie dem Luncheon kein Lunch anzubieten - das wollen wir auch nicht. Gleichzeitig möchten wir gerade die kleinen WiM Hubs auch finanziell unterstützen können. Sei es mit Budget für Werbemittel als auch Caterings bei kleineren Veranstaltungen.
Deshalb müssen auch wir künftig bewusster mit Ressourcen umgehen und neue Wege gehen, um WiM finanziell resilient aufzustellen. Und das ohne den gemeinnützigen Charakter des Netzwerks aufzugeben.
Konkret heißt das:
Spendenmöglichkeiten sichtbarer machen und aktiv kommunizieren
Partnerschaften gezielt ausbauen – mit Organisationen, die unsere Werte teilen
Bestehende Angebote wie Shop und Jobwall (re)aktivieren und besser in die Kommunikation einbinden
passende Fonds, Stiftungen und Förderungen recherchieren
Perspektivisch ausgewählte Mehrwertformate entwickeln, die zur Community passen
Wichtig dabei: Entscheidungen werden transparent getroffen und gemeinsam getragen. Wir wollen niemanden überrumpeln, sondern Schritt für Schritt vorgehen – immer im Austausch mit den Hubs und der Community.
Thematische Arbeitsgruppen zu politisch relevanten Themen
Ein wiederkehrendes Thema in Köln war auch die Frage, wie Zusammenarbeit einfacher werden kann. In den vergangenen Jahren sind viele Tools hinzugekommen – manche davon unverzichtbar, andere kaum genutzt. Das Ergebnis: Parallelsysteme, Doppelstrukturen und für neue Hubmanagerinnen die Frage „Wo finde ich eigentlich was?"
Künftig setzen wir stärker auf eine schlanke, zugängliche Infrastruktur, die zum tatsächlichen Bedarf passt. Das heißt: weniger parallele Systeme, niedrigere Einstiegshürden und mehr Übersicht für alle, die sich bei WiM engagieren – egal ob sie seit Jahren dabei sind oder gerade erst einsteigen. Ziel ist Entlastung für die Hubs ebenso wie für das Office-Team. Und vor allem: mehr Zeit für das, worum es eigentlich geht: gemeinsam eine Mobilität zu gestalten.
Mobilität bleibt auch bei WiM bewusst breit gedacht: von der Verkehrsplanung über die Fahrzeugtechnik bis zur Logistik, von urbanen Räumen bis zu ländlichen Regionen. Gleichzeitig wollen wir unsere fachliche Expertise stärker sichtbar machen und gezielter in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen.
Geplant ist der schrittweise Aufbau thematischer Arbeitsgruppen analog zur bestehenden female Mobility-Expertinnengruppe, die zeitlich befristet an konkreten Fragestellungen arbeiten – etwa an Positionspapieren, Impulsen für Konsultationen oder Beiträgen zu Branchendialogen.
Mögliche erste Themen könnten zum Beispiel sein:
Wie steht WiM zum Thema Aus zum Verbrenner-Aus beziehungsweise Antriebstechnologie?
Oder: Wie schlägt sich die Überalterung der Gesellschaft auf die Mobilität nieder?
Oder auch: Welche strukturellen Themen müssen HR-Fachleute in Unternehmen im Mobilitätssektor angehen?
Diese Arbeit soll aus der Community heraus entstehen und sowohl als Positionspapier als auch als fachliches Sparring für die Geschäftsführung dienen. Kooperationen mit anderen Netzwerken und Initiativen werden dabei ausdrücklich priorisiert – denn viele Themen lassen sich gemeinsam besser voranbringen als allein.




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