Wir möchten der Gesellschaft zeigen, dass Jobs im Transportwesen nicht nur Männern vorbehalten sind.
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- vor 1 Tag
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In Douala, Kamerun, hilft Brigitte Tombi Massom jungen alleinerziehenden Müttern dabei, Zugang zu Arbeit, Einkommen und mehr Unabhängigkeit zu erlangen. Durch ihre Initiative „Transport au Féminin“ erhalten Frauen eine Ausbildung zum Motorradführerschein und Unterstützung bei der Arbeitssuche im wachsenden Lieferdienstsektor. Doch Brigittes Mission geht noch weiter.

Brigitte Tombi Massom ist Logistikerin durch und durch. Sie hat Logistik und Transportwesen studiert, nach ihrem Abschluss zusätzlich eine Ausbildung in dem Bereich gemacht und arbeitet als Logistikbeauftragte in Douala, Kamerun. Darüber hinaus ist sie Mitglied und Botschafterin von „Women in Logistics – Africa“ (WILA), einem panafrikanischen Netzwerk, das die Beteiligung von Frauen in der Branche fördert.
Denn Frauen sind im Logistiksektor in Kamerun so gut wie nicht vertreten. Ihre Arbeit bei WILA zeigte ihr, wie wertvoll berufliche Netzwerke für bereits qualifizierte Frauen sein können. Und was sie für Chancen für Frauen bieten können, die in die Branche einsteigen wollen.
„Ich wollte etwas Praktisches schaffen, das sich direkt auf das Leben von Frauen auswirkt“, sagt Brigitte. Aus dieser Idee entstand „Transport au Féminin“, eine Initiative, die Frauen einen konkreten Weg in den Transport- und Logistiksektor ebnen soll. Die Initiative ermöglicht es den Frauen, einen Motorradführerschein zu machen und als Fahrerin zu arbeiten.
„Transport au Féminin“ richtet sich derzeit vor allem an alleinerziehende Mütter. Laut Brigitte sind diese doppelt benachteiligt: Sie sehen sich mit den Hindernissen konfrontiert, denen Frauen in Kamerun generell ausgesetzt sind, und tragen zudem die alleinige Verantwortung für ihre Kinder. Viele hatten nur begrenzten Zugang zu Bildung und haben Schwierigkeiten, eine Anstellung zu finden; selbst diejenigen mit beruflicher Qualifikation bleiben auf einem schwierigen Arbeitsmarkt möglicherweise arbeitslos.
Formelle Unterstützung sei für alleinstehende Mütter rar. Brigitte und ihr Bruder Douglas, der während unseres Interviews übersetzte, beschrieben alleinerziehende Mütter als eine Gruppe, deren besondere Situation von den bestehenden Unterstützungsstrukturen noch nicht ausreichend anerkannt wird.
Für diese Frauen kann ein Motorradführerschein weit mehr sein als nur die Erlaubnis zum Fahren. Er kann ihre erste anerkannte berufliche Qualifikation und damit ein direkter Weg zu einer bezahlten Arbeit sein.
„Für einige der Frauen, die wir rekrutiert haben, ist der Führerschein die wichtigste Qualifikation, die ihnen den Zugang zu einem Arbeitsplatz ermöglicht. Er kann ihr Leben buchstäblich verändern, denn durch ein eigenes Einkommen können sie für sich selbst und ihre Familien sorgen.“
Brigitte Tombi Massom, Gründerin von „Transport au Féminin“
Die Qualifikation kann auch die Perspektiven von Frauen verbessern, die bereits über einen Hochschulabschluss verfügen, aber bisher keine Anstellung finden konnten. In einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit kann eine zusätzliche praktische Qualifikation Türen öffnen, die die formale Bildung allein nicht öffnen konnte.
Die Entscheidung, den Schwerpunkt auf Motorradführerscheine zu legen, ist pragmatisch. Kameruns Lieferdienstbranche wächst und schafft damit Nachfrage nach Fahrerinnen. Gleichzeitig ist die Motorradausbildung relativ kurz und erschwinglich. Für eine junge Initiative mit begrenzten Ressourcen ermöglicht dies, mehr Frauen zu unterstützen, als es bei einem längeren und teureren Ausbildungsprogramm der Fall wäre.
Doch die Wahl hat auch symbolische Bedeutung. Frauen auf Motorrädern sind in Brigittes Umfeld nach wie vor eine Seltenheit. Frauen genau für diese Arbeit auszubilden, ist daher eine bewusste Herausforderung tief verwurzelter Geschlechterstereotypen.
„Frauen sind in der Lage, diese Jobs zu machen“, betont Brigitte. „Sie können Motorrad fahren, im Lieferdienst arbeiten und andere Aufgaben im Transport- und Logistikbereich übernehmen. Wir wollen der Gesellschaft zeigen, dass Tätigkeiten im Transportwesen nicht nur Männern vorbehalten sind.“
Von der Mittelbeschaffung bis zum ersten Job
Jeder Ausbildungszyklus beginnt mit der Mittelbeschaffung. Sobald ausreichende Gelder gesichert sind, arbeitet „Transport au Féminin“ mit lokalen Fahrschulen zusammen. Die Teilnehmerinnen werden über lokale Netzwerke und Frauenverbände rekrutiert. Durch Empfehlungen erreicht die Initiative auch Frauen außerhalb von Brigittes unmittelbarem Umfeld; anschließend durchlaufen die Bewerberinnen ein Auswahlverfahren. Der Führerschein wird aber nicht als Ende des Prozesses betrachtet, sondern als Brücke in die Beschäftigung. Brigittes berufliches Netzwerk in der Transport- und Logistikbranche ermöglicht es ihr, Absolventinnen bei Zustellunternehmen vorzustellen und sie zu empfehlen, sobald Stellen frei werden.
Die ersten 20 Teilnehmerinnen haben ihre Ausbildung abgeschlossen und ihre Lizenzen erhalten. Drei von ihnen haben bereits eine Stelle als Zustellerin gefunden. Für die übrigen 17 hält „Transport au Féminin“ weiterhin Kontakt zu lokalen Zustellunternehmen und setzt sich weiterhin für Beschäftigungsmöglichkeiten ein.
Eine zweite Gruppe von 20 Frauen wird derzeit vorbereitet. „Transport au Féminin“ hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis Ende 2026 100 Frauen auszubilden. Ob die verbleibenden 60 erreicht werden können, hängt weitgehend davon ab, ob die Initiative genügend Finanzmittel sichern kann.
Das langfristige Ziel: eine Fahrschule für Frauen
„Transport au Féminin“ ergänzt die praktische Ausbildung durch Beratung- und Persönlichkeitsentwicklung. Die Frauen werden dazu ermutigt, sich auf Vorurteile vorzubereiten, sich zu behaupten und trotz Widerständen weiterzumachen. Denn die Vorurteile sind groß. Teilnehmerinnen berichten, dass sie in der Fahrschule von Männern befragt wurden: Warum nehmen sie einen Führerschein machen? Ob sie wirklich Motorrad fahren wollen? Ist das nicht ein Job für Männer?
„Sie müssen stark und mutig sein“, sagt Brigitte. „Veränderung wird nur dann stattfinden, wenn Frauen diese Bereiche betreten und zeigen, dass sie dorthin gehören.“
Die ersten Absolventinnen seien deshalb mehr als (angehende) Lieferfahrerinnen, sie seien sichtbare Vorbildern für die Frauen, die nach ihnen kommen.
Langfristig möchte „Transport au Féminin“ eine eigene Fahrschule gründen, die erste Fahrschule überhaupt, die von Frauen in Kamerun und den Nachbarländern ins Leben gerufen und betrieben wird. Ein fester Standort würde es der Initiative ermöglichen, Frauen aus einem größeren Einzugsgebiet zu rekrutieren, mehrere Jahrgänge über das ganze Jahr hinweg auszubilden und ihre Abhängigkeit von wiederholten Spendenaktionen für externe Schulungen zu verringern.
Außerdem könnte so eine sich selbst tragende Gemeinschaft entstehen. Frauen aus den ersten Kursen könnten zurückkehren, um neue Teilnehmerinnen zu unterstützen und zu ermutigen, ihre Erfahrungen weiterzugeben und selbst als Ausbilderinnen oder Mentorinnen tätig zu werden. Die Fahrschule soll zudem dazu beitragen, das Ausbildungsangebot auf andere Führerscheinklassen (Pkw, Lkw und andere Fahrzeuge) auszuweiten. Die Ausbildung zum Lkw-Führerschein ist besonders wichtig, da es derzeit in Kamerun und Zentralafrika nur eine sehr kleine Minderheit (weniger als 1 %) von Lkw-Fahrerinnen gibt.
Der Beruf gilt als Männerdomäne, und wir wollen diese Stereotypen durchbrechen und mehr Frauen die Möglichkeit geben, solche Positionen zu bekleiden. „Wir machen weiter“, sagt Brigitte. „Mit Unterstützung und den richtigen Möglichkeiten glauben wir, dass wir dieses Ziel erreichen können.“
Derzeit stellen begrenzte Ressourcen nach wie vor die größte Herausforderung für das Projekt dar. „Transport au Féminin“ freut sich über finanzielle Unterstützung sowie jede Art von Hilfe, einschließlich Materialien und Ausrüstung, die beim Aufbau der Fahrschule helfen. Das Projekt ist zudem offen für Partnerschaften mit Organisationen und Unternehmen, die bei der Ausbildung, der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten oder der Gründung der geplanten Fahrschule helfen können.
Wenn ihr die Initiative unterstützen wollt, könnt ihr hier Kontakt mit Brigitte und ihrem Team aufnehmen
Phone: +237 654 23 53 30 | +237 696 08 37 89
LinkedIn: Transport au Féminin | Brigitte Tombi Massom
We want society to see that transport-related work is not only for men.
In Douala, Cameroon, Brigitte Tombi Massom is helping young single mothers gain access to work, income and greater independence. Through her initiative Transport au Féminin, women receive training for a motorcycle driving licence and support in finding jobs in the growing delivery sector. But Brigitte’s mission goes further: she wants to challenge the belief that transport is a man’s world.
Brigitte Tombi Massom knows the transport and logistics sector from the inside. A graduate in logistics and transport with additional postgraduate training in transit, she works as a logistics officer in Douala, Cameroon. Furthermore, she is a member and ambassador of Women in Logistics – Africa (WILA), a pan-African network that promotes women’s participation in the sector. Her work within WILA showed her how valuable professional networks can be for women who are already qualified. At the same time, she became increasingly aware of another group: women who had not yet had the opportunity to enter the sector at all.
“I wanted to create something practical that would have a direct impact on women’s lives,” Brigitte explains. This idea became Transport au Féminin, an initiative designed to provide women with a concrete route into transport and logistics.
Transport au Féminin currently focuses primarily on single mothers. According to Brigitte, they face a double disadvantage: they encounter the barriers experienced by women in Cameroon more generally, while also carrying sole responsibility for their children. Many have had limited access to education and struggle to find employment; even those with professional qualifications may remain unemployed in a difficult labour market.
Formal support is scarce. Brigitte and her brother Douglas, who translated during our interview, described single mothers as a group whose particular situation is not yet sufficiently recognized by existing support structures.
For these women, a motorcycle driving licence can be far more than permission to ride. It can be their first recognized vocational qualification and therefore a direct route to paid work.
“For some of the women we have recruited, the driving licence is the main qualification that can give them access to a job. It can literally change their lives, because earning an income enables them to take care of themselves and their families.”
Brigitte Tombi Massom, Founder, Transport au Féminin
The qualification can also expand the prospects of women who already hold a degree but have been unable to find employment. In a country with high unemployment, an additional practical skill may open doors that formal education alone has not.
The decision to focus on motorcycle licences is pragmatic. Cameroon’s delivery sector is growing, creating demand for riders. At the same time, motorcycle training is relatively short and affordable. For a young initiative with limited resources, this makes it possible to support more women than a longer and more expensive training programme would.
But the choice is also symbolic. Women riding motorcycles remain a rare sight in Brigitte’s environment. Training women for precisely this work is therefore a deliberate challenge to deeply rooted gender stereotypes.
“Women are capable of doing these jobs,” Brigitte emphasises. “They can ride motorcycles, work in delivery services and take on other roles in transport and logistics. We want society to see that transport-related work is not only for men.”
From fundraising to a first job
Each training cycle begins with fundraising. Once sufficient funding has been secured, Transport au Féminin works with local driving schools. The initiative currently partners with two schools located close to the communities in which it operates.
Candidates are recruited through local networks and women’s associations. The first cohort focused on single mothers who genuinely wanted to take part and obtain the qualification. Referrals help the initiative reach women outside Brigitte’s immediate circle, after which applicants go through a selection process.
The first 20 participants have completed their training and received their licences. Three have already found delivery jobs. For the other 17, Transport au Féminin remains in contact with local delivery companies and continues to advocate for employment opportunities.
This connection to employers is an essential part of Brigitte’s approach. Her own professional network in transport and logistics allows her to introduce graduates to delivery businesses and recommend them when vacancies become available. The licence is not treated as the end of the process, but as a bridge into employment.
A second cohort of 20 women is being prepared. Transport au Féminin has set itself the ambitious goal of training 100 women by the end of 2026. Reaching the remaining 60 will depend largely on whether the initiative can secure enough funding to run further cohorts without long interruptions.
The long-term goal: a driving school for women
The barriers do not disappear when training begins. Participants have reported being questioned by men at driving school: Why are they taking this course? Do they really intend to ride a motorcycle? Is this not a man’s job?
Transport au Féminin therefore complements practical training with counselling and personal development sessions. The women are encouraged to prepare for prejudice, stand their ground and continue despite resistance.
“They need to be strong and courageous,” Brigitte says. “Change will only happen when women enter these spaces and show that they belong there.”
The first graduates can play an important role in that change. They are not only licence holders and prospective delivery riders; they can also become visible role models for the women who follow.
Brigitte’s vision extends beyond individual training cohorts. Transport au Féminin ultimately aims to establish its own driving school, the first ever driving school created and run by women in Cameroon and neighboring countries. A permanent location would allow the initiative to recruit women more widely, train several cohorts throughout the year and reduce its dependence on repeated fundraising for external training.
It could also create a self-sustaining community. Women from the first cohorts could return to support and encourage new participants, sharing their experience and becoming trainers or mentors themselves. The driving school will also help extend the training offered, to other driving licences (Car, Truck, and other vehicles). The Truck driving licence training is particularly important because as of today, there is only a very small minority (less than 1%) of women Truck Drivers in Cameroon and Central Africa as a whole. The job is considered for men, and we want to break these stereotypes and provide opportunities to more women to hold these positions.
For now, limited resources remain the project’s greatest challenge. Transport au Féminin welcomes financial support, or any type of support including any materials and equipment that will help in setting-up the driving school. It is also open to partnerships with organisations and businesses that can help with training, employment opportunities or the establishment of the planned driving school.
Brigitte is nevertheless determined to continue. Her aim is both practical and transformative: to help women earn an independent income today while changing perceptions of who belongs in transport tomorrow.
“We are pushing forward,” she says. “With support and the right opportunities, we believe we can achieve this goal.”
If you want to support Transport au Féminin:
Phone: +237 654 23 53 30 | +237 696 08 37 89
LinkedIn: Transport au Féminin | Brigitte Tombi Massom




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